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CJD aktuell

 

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Stellungnahme des
CJD Vorstands

Trotz Handicap den Alltag meistern

Selbstbewusst und mit einem symphatischen Lächeln im Gesicht sitzt die junge Frau hinter ihrem Schreibtisch im Eingangsbereich einer Physiotherapeutischen Praxis in Gera und begrüßt die Patienten. Sie ist gelernte Bürokauffrau und arbeitet seit ihrer Ausbildung hier. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrem Freund, sie hat einen Hund und surft gern im Internet. Das klingt alles ganz normal, doch ihr Alltag gestaltet sich anders.

Juliane Töpfer ist an den Rollstuhl gebunden. Seit ihrer Geburt ist sie an einer Spinalen Muskeltrophie (Muskelschwund) erkrankt. Damit hatte ihre Körperbehinderung auch maßgeblichen Einfluss auf ihre Berufswahl. „Da ich nicht viel Kraft in den Händen habe, blieb mir außer dem Büro nicht viel übrig“. Die Arbeit als Bürokauffrau kann sie aber gut bewerkstelligen. Der Computer ist ihr dabei eine große Hilfe, die Arbeit bereitet ihr Freude. Während ihrer Schulzeit wurde sie durch Gespräche mit ihrer Klassenlehrerin und Mitarbeitern der Arbeitsagentur auf das CJD Berufsbildungswerk in Gera aufmerksam. Dort haben Jugendliche mit körperlichen, psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen die Möglichkeit, eine Ausbildung oder Maßnahmen zur Berufsfindung und –vorbereitung zu absolvieren. Juliane Töpfer entschied sich Bürokauffrau zu werden und unterschrieb ihren Ausbildungsvertrag im CJD.

Drei Jahre fuhr sie jeden Tag mit dem Taxi ins BBW an den Ferberturm. Drei Tage pro Woche besuchte sie die Ausbildung, 2 Tage die CJD Christophorusschule. Während den Ausbildungstagen hatte sie 2 Mal pro Woche Physio- und einmal Ergotherapie. „Es war schön, dass ich meine Therapie während Ausbildung erledigen konnte. Wenn ich keine Therapie hatte, habe ich mich meistens für eine halbe Stunde im Medizinischen Fachdienst hingelegt, um meinen Rücken zu entlasten“. An Ausbildungstagen war 16:30 Uhr Feierabend. „Danach war ich manchmal ganz schön geschafft“ erinnert sie sich.

Anfangs war es nicht leicht, sich in den Tagesablauf einzufinden, doch „dabei haben mir die Integrationsberater geholfen“. Ihren Schulbesuch in der CJD Christophorusschule empfand sie als sehr angenehm. Ihre Noten waren so gut, dass sie keine Berufsschulprüfung ablegen musste. „Ich fand es gut, dass man in Fächern, wo es drauf ankam, auch mal härter rangenommen wurde wenn man geschludert hat“ erzählt sie schmunzelnd.

In verschiedenen Praktika während ihrer Ausbildungszeit konnte sie ihr erlerntes Wissen anwenden und vertiefen. Heute gehören Organisation, Abrechnung, Terminierung, Post- und Telefondienst zu ihren Aufgaben. „Das Führen von Telefonaten haben wir in der Ausbildung oft geübt und dadurch die Scheu verloren“, erinnert sie sich. „Buchhalterisches Wissen habe ich viel aus der Berufsschule mitgenommen, davon profitiere ich in meinem jetzigen Job. Auch über den Umgang mit dem PC habe ich viel gelernt“, so die 23-Jährige.

Ihr Übergang ins Berufsleben verlief relativ zügig. Mit ihrem guten Abschluss fand sie schnell die Anstellung in der Geraer Physiotherapie. Diese musste jedoch noch barrierefrei eingerichtet und umgebaut werden. In diesem Prozess von Förderanträgen, Behördenbesuchen etc. half ihr Integrationsberater aus dem CJD. Ihn hat sie auch noch gut aus dem Bewerbungstraining in Erinnerung. „Mit den Integrationsberatern haben wir u.a. Vorstellungsgespräche geübt, mit der Kamera aufgenommen und ausgewertet. Das war schon lustig sich dann selber zu sehen“.

Juliane Töpfer erinnert sich gerne an die Zeit im CJD BBW zurück, auch wenn die Tage manchmal stressig und lang waren. Das Zusammensein mit Gleichaltrigen hat ihr gut gefallen. „Ich habe damals viele Freunde gefunden, zu denen ich auch heute noch Kontakt habe. Drei Jahre zusammen in einer Einrichtung, dass schweißt schon zusammen“.

 

Juliane Töpfer an ihrem Arbeitsplatz